
Im Rahmen des °CAET Programms kommen auch dieses Jahr wieder sechs internationale Künstler:innen für jeweils sieben Wochen in das Keramikkünstlerhaus: Corwyn Lund aus Kanada, Aliki Papadimitriou aus Griechenland, Justina Moncevičiūtė aus Litauen, Lina Wiedwald aus Deutschland, Julia Schuster aus Österreich und Sarban Chowdhury aus Indien. Zusätzlich zu den Vernissagen der Ausstellungen finden weitere Veranstaltungen, wie das Offene Atelier, Showings und Workshops statt.

1.Tandem: Corwyn Lund und Aliki Papadimitriou; Vernissage: 13. Mai
Corwyn Lund (Kanada) entwickelt während seines Aufenthalts eine Serie gegossener Skulpturen aus Keramik. Ausgangspunkt sind ikonische Automobilkarosserien. Auf spielzeughafte Modelle reduziert, werden die Fahrzeuge von einer dicken, glänzenden Glasurschicht überzogen. Details verschwimmen, die Skulpturen mutieren zu aerodynamischen Körpern, die an billige vakuumgeformte Kunststoffverpackungen erinnern. Die Arbeit parodiert das Auto als ökologisch fragwürdige Extravaganz und hinterfragt kritisch den anhaltenden Fetisch der Automobilkultur.
https://www.instagram.com/corwynlund/

Aliki Papadimitriou (Griechenland) realisiert im Keramikkünstlerhaus eine Gruppe modularer Skulpturen. Durch die variabel zusammengesetzten Module entstehen immer neue plastische Konstellationen. Ausgangspunkt ihrer Arbeit ist das unmittelbare haptische Potenzial unglasierter Keramik. Spannungsvoll untersucht sie die Beziehung von Ton zu weiteren Materialien. Die Formen entnimmt die Künstlerin ihren Skizzenbüchern – einem Archiv aus industriell anmutenden Objekten, biomorphen Strukturen und tierinspirierten Motiven.
https://www.instagram.com/aliki_liki/

2.Tandem: Lina Wiedwald und Justina Moncevičiūtė ; Vernissage: 9. Juli
Lina Wiedwald (Deutschland) verhandelt während ihres Aufenthalts die Grenze zwischen Gefäß und Skulptur. In ihren Arbeiten verbindet sie reliefartige Oberflächen mit zeichnerischen Unterglasurmotiven, die wie verwunschene Bildwelten auf der Keramik erscheinen. Durch Überlagerungen, partielle Verdeckungen und transparente Schichten entstehen vieldeutige Kompositionen. So wird der Prozess von Werden und Verbergen sichtbar und eröffnet neue Perspektiven auf das Zusammenspiel von Material, Form und Erinnerung.
https://www.instagram.com/linawiedwald/

Justina Moncevičiūtė (Litauen) untersucht im Keramikkünstlerhaus die Verbindung von Text, Textilstrukturen und Keramik. Ausgangspunkt ihrer Arbeit sind historische Carmina figurata, doppelt lesbare Text-Bild-Formen, in denen visuelle und sprachliche Strukturen ineinandergreifen. Aus keramischen Segmenten entwickelt die Künstlerin objekthafte Kompositionen, die wie gewebte Texte funktionieren. Auf Grundlage feministischer Schriften entstehen so räumliche „pattern poems“, die Sprache, Material und Struktur miteinander verbinden.
https://www.instagram.com/justinamonceviciute/

3.Tandem: Sarban Chowdhury und Julia Schuster ; Vernissage: 24. September
Sarban Chowdhury (Indien) setzt sich im Keramikkünstlerhaus mit gesellschaftlichen und ökologischen Zusammenhängen auseinander. In seinen Arbeiten verbindet er Keramik mit Text- und Bildmetaphern, um Machtstrukturen, soziale Tabus und geopolitische Einflüsse zu reflektieren. Ironie und satirische Narrative dienen dabei als Mittel, menschliches Verhalten und gesellschaftliche Widersprüche sichtbar zu machen und zugleich einen kritischen Blick auf den Zustand von Umwelt und Gesellschaft zu werfen.
https://www.instagram.com/sarban_ceramic/

Julia Schuster (Österreich) widmet sich im Keramikkünstlerhaus dem Nabel als vielschichtigem Symbol für Verbindung, Trennung und Transformation. In skulpturalen und performativen Arbeiten untersucht sie Parallelen zwischen Körper und Material. Aus rohem Ton, gebrannter Keramik und Text entwickelt sie eine ortsspezifische Installation, die die Dualität des Materials – fragil und widerständig, konkav und konvex – erfahrbar macht und zu einer kontemplativen Begegnung mit Körper, Erinnerung und Wandel einlädt.
https://www.instagram.com/juliaschuster_art/

